Einen wunderschönen guten Morgen! So begann unser Tag auf Sithonia, nachdem wir spät im Dunkeln auf dem Stellplatz bei Kriaritsi angekommen waren. Auf der Herfahrt hatten wir einen ganzen Wurf Hundewelpen gesehen und beschlossen, mit den Rollern nochmal loszufahren und etwas zu futtern vorbei zu bringen. Das wurde zu einem der besonderen Momente dieser Etappe.

Das Kriaritsi Projekt: Eine geplante Geisterstadt

Das sogenannte Kriaritsi Projekt ist eine skurrile Hinterlassenschaft der 1980er Jahre: geplant als Wohnsiedlung für bis zu 3.000 Familien, wurden bereits über 50 Millionen Euro in Straßen, Brücken und Abwasserleitungen investiert — nur blieb das Gebiet größtenteils unbebaut. Heute weiden Ziegen und Schafe dort, viele Straßen führen im Kreis oder enden in Sackgassen.

Der Hauptgrund für das Scheitern war das Trinkwasser: Man befürchtete, dass die umliegenden Orte wie Sykia nicht mehr genügend Wasser hätten. Die Baugenehmigungen wurden daher nicht erteilt. Für Wohnmobilreisende bietet die Gegend dennoch spannende Fotomotive und ein eigenartiges Gefühl zwischen Infrastruktur und Natur. 

Welpenalarm: Hilfe vor Ort

Beim Nachsehen entdeckten wir sechs Welpen. Glücklicherweise standen bereits Wassernäpfe und Futterschalen bereit, sodass die Kleinen versorgt waren. Trotzdem lohnt es sich, an solchen Stellen vorsichtig und respektvoll zu helfen.

  • Vor Ort: prüfen, ob bereits Futter und Wasser vorhanden sind.
  • Mitbringen: etwas Trockenfutter und frisches Wasser — nicht immer ist regelmäßige Versorgung gewährleistet.
  • Wegwerfen vermeiden: Müll hinterlässt Schäden in der Natur und für die Tiere. Leider gab es vor Ort Bauschutt und Plastikreste.

Stellplatz mit Bergblick und ein Blick auf den Berg Athos

Unser Stellplatz bot einen wunderbaren Blick auf den Berg Athos. Die 20 Klöster der autonomen Mönchsrepublik sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Ein wichtiger Hinweis: Frauen ist der Zutritt zum Berg Athos generell nicht erlaubt. Der Blick von außen bleibt hier das einzige, was möglich ist.

Epanomie Beach: Zurück wegen der Dachluke

Nach zwei Tagen in Kriaritsi fuhren wir zurück zum Epanomie Beach, weil wir an unserem Bimobil eine Baustelle an der Dachluke hatten. Es war kein akutes Dichtigkeitsproblem, sondern wir wollten sicherstellen, dass das Wasser rechts und links besser abfließen kann. Vorläufig abgeklebt, wird die endgültige Lösung zu Hause umgesetzt.

Technik, Nachbarn und gegenseitige Hilfe

Auf dem Rückweg trafen wir Petra und Ottmar (The Big Travel), die noch am Strand standen. Die Männer nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Solche Begegnungen sind typisch für die Wohnmobil-Community: technische Probleme werden gemeinsam angepackt, Abschleppmanöver und kleine Hilfsaktionen inklusive.

Während eines Einsatzes halfen wir auch mit Trinkwasser aus, weil der Vorrat bei einigen Nachbarn zur Neige ging. Trinkwasser kann auf längeren Strecken knapp werden — eine Reserve zahlt sich aus.

Unterwegs: Honig, Flugdenkmal und Schildkröten

Zwischenstopps gehören zu jeder Reise dazu. Auf dem Weg kauften wir regionalen Honig von einer freundlichen Verkäuferin — aromatisch und frisch. Außerdem entdeckten wir ein Flugdenkmal, das an abgestürzte Flugzeuge erinnerte. Eine kurze Recherche oder lokale Hinweise helfen hier, die Geschichte hinter solchen Orten zu verstehen.

Am Strand beobachteten wir außerdem Schildkröten – ein schönes Zeichen dafür, wie vielfältig die Küstenregionen sind.

Badespaß und Gemeinschaft

Ein zweiter Besuch am Epanomie Beach war keinesfalls langweilig: Michaela, Dietmar und Petra konnten sich überwinden und ins Wasser gehen. Solche kleinen Momente — gemeinsames Baden, Kaffee und Kuchen am Platz — machen das Reisen im Wohnmobil so besonders. Gemeinschaft entsteht oft ganz selbstverständlich.

Praktische Tipps für Wohnmobilreisende in Sithonia

  • Übernachten: Kriaritsi eignet sich als Stellplatz direkt am Strand, auch wenn der offizielle Campingplatz geschlossen ist. Koordinaten: 40°01’49.0″N 24°01’04.7″E.
  • Wasserreserven: Immer genug Trinkwasser dabeihaben. In einigen Orten ist die Versorgung begrenzt.
  • Respekt gegenüber Natur und Kultur: Müll wieder mitnehmen, Rücksicht auf lokale Regeln (z. B. Athos-Zutritt) und Tierwelt.
  • Technik-Basics: Werkzeug, Dichtmittel und ein Netzwerk von Nachbarn können Pannen schnell entschärfen.
  • Lokale Produkte: Honig und andere regionale Erzeugnisse sind eine tolle Möglichkeit, die lokale Wirtschaft zu unterstützen.
  • Hilfsbereitschaft: Hilfe ist oft wechselseitig — sei vorbereitet, anderen mit Wasser oder Abschlepphilfe zu helfen.

Abschied und weiter nach Süden

Nach vier Tagen am Epanomie Beach zogen wir weiter. Die Reise durch Chalkidiki hatte viele Facetten: verlassene Infrastruktur, herzliche Begegnungen, kleine technische Herausforderungen und überraschende Naturmomente. Weiter ging es Richtung Süden — mit vollem Tank, einem reparierten Provisorium an der Dachluke und der Gewissheit, dass die schönsten Reiseerlebnisse manchmal unerwartet entstehen.

Wenn du selbst mit dem Wohnmobil auf Sithonia unterwegs bist: nimm dir Zeit für Zwischenstopps, respektiere die Landschaft und die Menschen und vergiss nicht, etwas zu helfen, wenn ein Welpe nach Wasser ruft.

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