Mit unserem Bimobil („Bibo“), Hovawart Fayla und etwas Abenteuerlust sind wir quer über die Peloponnes gezogen: ein Aussichtspunkt auf einem Berg, das berühmte Dimitrios‑Schiffswrack, eine spektakuläre Fahrt durch enge Schluchten und schließlich die unangenehme Überraschung, nachts vom Stellplatz vertrieben zu werden. Hier sind unsere Eindrücke, praktische Hinweise und Tipps für alle, die mit dem Wohnmobil oder 4×4 unterwegs sind.
Aufstieg zum Feuerwehraussichtspunkt
Der Weg nach oben war ein echtes Krabbelstück. Eng, steil, viele Spitzkehren – aber die Aussicht macht alles wett. Wir hatten Glück: das Bimobil kam rauf, die Isolation des Wohnmobils hat sich bezahlt gemacht (nachts nur circa 4 °C), am Tag wurde es wieder angenehm warm.
Koordinaten Feuerwehraussichtspunkt: 37°10’13.7″N 22°26’25.6″E
Was wir gelernt haben:
- Vorausplanung für steile Passagen: Gangwahl, Sperre und Motorleistung prüfen.
- Temperaturunterschiede beachten: Auf 1.000 Meter Höhe kann es deutlich kälter sein als am Meer.
- Genug Licht und Sicht für die Rückfahrt bei Dunkelheit mitführen.

Dimitrios — das meistfotografierte Schiffswrack der Peloponnes
Das Wrack liegt seit Jahrzehnten relativ nah an der Küste und ist beeindruckend verrostet. Ideal für Fotos und ein kurzer Stopp. Direkt am Wrack gibt es zwar Möglichkeiten zum Übernachten, in der Haupt- und sogar Nebensaison kann es dort jedoch lebhaft und laut werden – nicht unbedingt unser Ding, wenn man Ruhe sucht.
Koordinaten Dimitrios Schiffswrack: 36°48’03.8″N 22°36’35.5″E

Praktische Hinweise:
- Wenn du fotografierst, denk an Perspektiven und Schatten – die beste Zeit ist oft die Abenddämmerung.
- Platz zum Übernachten ist möglich, aber auf Lärm und andere Camper einstellen.
Die Fahrt durch die Berge: Skala – Grammousa – Kosmas – Kloster Elona – Leonidi
Das war der Höhepunkt der Tour: enge Passstraßen, kleine Dörfer, Olivenbaumbesitzer bei der Arbeit und spektakuläre Ausblicke. Diese Strecke ist ideal für alle, die kurvenreiche, wenig befahrene Landstraßen lieben. Wir erreichten an einem Punkt etwa 1.134 m und hatten rund 14 °C – deutlich kühler als am Meer.
Besonderheiten unterwegs:
- Viele Spitzkehren und schmale Stellen: auf Gegenverkehr vorbereitet sein und langsam fahren.
- Rücksicht der Einheimischen: Begegnungen waren überwiegend freundlich und rücksichtsvoll.
- Olivenernte und landwirtschaftlicher Verkehr können das Tempo drosseln – Gelassenheit hilft.


Der Stellplatz an der Kirche: schön gelegen – aber wir wurden weggebeten
Wir fanden einen idyllischen, kleinen Stellplatz an einer Kirche auf einem Hügel. Perfekte Lage, tolle Aussicht – bis gegen Abend jemand auftauchte und uns freundlich, aber bestimmt bat, den Platz zu räumen. Offenbar wird der Platz „bewacht“ und in der Nebensaison auf möglichen Besuch geachtet.
Die Situation zeigte: auch wenn ein Ort perfekt aussieht, können lokale Regelungen oder Eigentumsrechte das Übernachten verhindern. Wichtig ist, höflich zu bleiben und Alternativen parat zu haben.

Unsere Lösung: Strandparkplatz
Als Ersatz landeten wir auf einem Parkplatz in Strandnähe. Nicht direkt am Strand (dort ist es verboten), sondern auf dem angrenzenden Strandparkplatz, den uns der Herr vom Hügel empfohlen hatte. Dort konnte man nachts halbwegs legal stehen und die Burgbeleuchtung gegenüber genießen.
Koordinaten Strandparkplatz (unser letzter Stellplatz): 37°22’56.0″N 22°46’29.9″E
Tipps für das Übernachten und Weiterfahren bei Dunkelheit
Aus unserer Erfahrung heraus haben sich diese Punkte bewährt:
- Reserveplätze kennen: immer zwei Alternativen einplanen, falls der erste Platz nicht passt.
- Beleuchtung und Sicht: starke Außenlichter und gute Scheinwerfer sind nachts Gold wert beim Rangieren.
- Respekt vor Einheimischen: oft reicht ein höfliches Gespräch, manchmal sind Hüter oder Eigentümer aber strikt.
- Untergrund prüfen: unebener Boden kann unbequem und gefährlich sein, besonders für schwere Fahrzeuge.
- Lautstärke beachten: laute Plätze meiden, wenn man Ruhe will; Restaurants und Treffpunkte werden abends lauter.
Praktische Packliste für solche Touren
- Gute Scheinwerfer und zusätzliche Arbeitsleuchten
- Warme Decken oder funktionierende Isolation/Heizung
- GPS und Offline‑Karten für Nebenstrecken
- Grundausstattung zur Fahrzeugkontrolle (Seil, Abschleppzeug, Wagenheber)
- Erste Hilfe und genügend Wasser
- Müllbeutel: Müll nicht wild entsorgen, sondern Tonnen nutzen
Fazit
Die Peloponnes überrascht mit Kontrasten: von rauen Küsten und Schiffswracks bis zu stillen Bergdörfern und engen Schluchten. Mit etwas Flexibilität, Respekt vor den Einheimischen und der richtigen Ausrüstung lassen sich unvergessliche Stellplätze und Fahrten erleben. Und wenn du doch mal in der Nacht den Platz wechseln musst: ruhig bleiben, Licht an und die nächste Alternative ansteuern.
Wenn du eine ähnliche Strecke planst oder Fragen zu Ausrüstung und Routen hast, gern melden. Gute Fahrt und sichere Stellplätze!
