Nafplio gehört zu den schönsten Häfen Griechenlands: historische Festungen, enge Gassen, ein lebendiger Wochenmarkt und kostenlose Parkplätze direkt am Wasser. Wir haben dort mit unserem Bibo übernachtet, sind zur kleinen Inselburg Bourtzi gefahren und haben die Ausgrabungen von Mykene besucht. Hier sind unsere Eindrücke, Tipps und praktische Infos für die eigene Reise mit dem Wohnmobil.
Warum Nafplio als Übernachtungsstopp ideal ist
Nafplio kombiniert bequeme Infrastruktur mit einem charmanten Altstadtflair. Direkt am Hafen gibt es einen kostenlosen Parkplatz, auf dem das Übernachten mit dem Wohnmobil erlaubt ist. Von dort aus sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Cafés und der Wochenmarkt in Laufweite.
Praktische Info: Koordinaten zum kostenlosen Parkplatz am Hafen: 37°34’11.1″N 22°48’09.8″E. Der Platz eignet sich hervorragend, um ohne lange Wege die Stadt zu erkunden.
Was man in Nafplio nicht verpassen sollte
- Bourtzi (Burzi) Insel: Das kleine Inselchen direkt vor Nafplio ist nur rund 120 m lang, maximal 43 m breit und etwa 0,4 Hektar groß. Es ist nur etwa 400 m vom Festland entfernt und beherbergt eine restaurierte Burg. Kleine Fähren fahren alle halbe Stunde.
- Kosten: Fähren zum Inselchen ca. 7 € pro Person; Eintritt zur Burg ebenfalls ca. 7 € pro Person (Stand unserer Reise).
- Markt: Jeden Mittwoch findet in Nafplio ein Wochenmarkt statt – frisch, lebhaft und ideal für lokale Produkte.
- Abendstimmung: Hafenpromenade, Restaurants und Yachten sorgen für maritimes Flair; ideal für einen entspannten Spaziergang nach dem Parken.
Die kleine Insel Burgzi – kurz, aber lohnenswert
Bourtzi war früher eine kleinere Festung und diente unter anderem als Gefängnis. Heute ist die Burg restauriert und strahlt eine eigene Ruhe aus. Wir liefen auf den höchsten Punkt, schnupperten Dieselgeruch von ankernden Yachten und begegneten sogar einer kleinen Burgkatze, die den Besucherfluss souverän regelt.
Die Aussicht über den Hafen ist schön, und das Inselchen ist nicht überlaufen – perfekt für entspannte Fotos und eine halbe Stunde Sightseeing.

Mykene: Löwentor, Goldmaske und Geschichte
Nur wenige Kilometer von Nafplio liegen die berühmten Ausgrabungen von Mykene. Die Anlage ist geprägt von massivem Mauerwerk und eindrucksvollen Monumenten.
Highlights in Kürze
- Goldmaske des Agamemnon: In einem der Museen wird eine goldene Gesichtsmaske ausgestellt, die mit dem mythischen König Agamemnon in Verbindung gebracht wird. Beeindruckend sind die filigranen Arbeiten und der ideale Erhaltungszustand vieler Funde.
- Das Löwentor: Ein ikonisches Relief mit zwei gegenüberstehenden Löwen, getrennt durch eine Säule. Es gilt als eine der ältesten Monumentalplastiken Europas und ist ein typisches Beispiel der mykenischen Baukunst.
- Interaktive Orientierung: An den Eingängen findet man oft kleine Rätsel oder Hinweise, die beim Erkunden helfen – macht die Besichtigung spannender.


Koordinaten für den Stellplatz am ehemaligen, verlassenen Restaurant nahe Mykene: 37°43’17.1″N 22°45’02.1″E. Solche ruhigen Stellplätze in der Nähe der Ausgrabungen sind ideal, wenn man früh dort sein will.

Unterwegs mit dem Wohnmobil: Alltag, Pannenhilfe und Abenteuer
Reisen mit dem Wohnmobil ist mehr als Sightseeing: Es steckt voller kleiner Abenteuer. Auf unserer Fahrt sahen wir verlassene Gebäude, verfallene Restaurants und wunderschöne Orangenplantagen. In einer Situation halfen wir spontan einem einheimischen Fahrer, dessen Auto nicht ansprang – mit einer kompakten Powerbank sprang der Wagen sofort an. Solche Begegnungen gehören auf Tour dazu und machen den Roadtrip lebendig.
Tipps für die Fahrt
- Geländeverhältnisse beachten: Bergstraßen können eng und steil sein. Das Fahrzeug ruhig und mit dem passenden Gang hochschalten.
- Wetter im Blick behalten: Selbst an sonnigen Tagen kann es Gewitter geben. Prüfe die Vorhersage vor längeren Etappen.
- Ausrüstung: Eine portable Starthilfe/Powerbank ist klein, günstig und kann in einer Pannenlage Leben retten.
Abgelegene Stellplätze und verlassene Orte
Entlang der Küste und in den Hügeln findet man immer wieder verlassene Restaurants und Gebäude. Einige davon bieten schöne Aussichtspunkte oder ruhige Plätze zum Übernachten. Allerdings gilt:
- Sicherheit geht vor: Verfallene Gebäude sind instabil. Nicht hineingehen, wenn sich Dach oder Wände gefährdet anfühlen.
- Umwelt respektieren: Müll mitnehmen, keine Gegenstände entfernen oder beschädigen.
- Rücksicht auf Anwohner: Ruhig parken, keine lauten Aktivitäten nachts.
Praktische Empfehlungen
- Übernachtung am Hafen in Nafplio: Kostenlos und zentral; ideal, um Abendstimmung und Morgenruhe gleichermaßen zu genießen.
- Besuch der Bourtzi-Insel: Fähren fahren regelmäßig; Eintritt zur Burg separat bezahlen.
- Mykene-Besuch: Früh kommen lohnt sich, bevor Busgruppen eintreffen. Museum und Ausgrabungsfeld sind thematisch eng verbunden und gut beschildert.
- Markttag: Mittwoch ist Markt in Nafplio – frische Produkte, lokale Spezialitäten und eine lebhafte Atmosphäre.
Fazit
Nafplio ist ein perfekter Zwischenstopp für Wohnmobilreisen durch den Peloponnes: kostenlose, zentrale Parkplätze, historische Sehenswürdigkeiten und charmante Stadtatmosphäre. Mykene als kultureller Höhepunkt ist nur eine kurze Fahrt entfernt und ergänzt die Reise ideal. Mit ein bisschen Neugier, einer guten Packliste und der Bereitschaft, sich treiben zu lassen, wird jede Etappe zu einem kleinen Abenteuer.
Gute Fahrt und viel Spaß beim Entdecken!
