Sechs Wochen auf den britischen Inseln, unser Bimobil, Fayla – und eine Mischung aus Regen, Sonne, Schlössern und gemütlichen Stellplätzen. Auf dieser Etappe landen wir in einer liebevoll eingerichteten Vanlife-Community nahe Glasgow, starten einen zweiten Versuch, das imposante Bamburgh Castle zu besichtigen, verbringen ein paar entspannte Tage bei Scarborough und treten schließlich die Rückfahrt mit der Fähre von Hull nach Rotterdam an.

Vanlife-Community bei Glasgow: mehr als nur ein Stellplatz
Manchmal ist ein Stellplatz nicht nur ein Platz zum Parken, sondern ein kleiner Hafen für die Reise. Die Vanlife-Community bei Glasgow hat uns genau das geboten: frisches Wasser, Möglichkeiten zum Ablassen von Grauwasser, Duschen, Toiletten – alles, was unterwegs praktisch ist. Obendrauf gab es morgens ein Frühstücksbuffet und abends eine kleine Speisekarte. Für uns als Reisende mit Hund war das perfekt.
Besondere Details, die hängen bleiben:
- Solarmodule auf einigen Fahrzeugen und am Platz – nachhaltige Energie unterwegs ist machbar.
- Netter Kontakt zum Besitzer: Wir wurden fast adoptiert und hatten gleich Gespräche mit anderen Overlandern.
- Gute Infrastruktur: Entsorgung, Frischwasser, sanitäre Anlagen – ideale Voraussetzungen für mehrere Tage Aufenthalt.
- Fundgrube: Plätze wie dieser findet man oft über Plattformen wie Britstop oder spezielle Vanlife-Maps.
Zweiter Anlauf: Bamburgh Castle bei wechselhaftem Wetter
Unser erster Versuch, Bamburgh Castle zu besuchen, scheiterte an Sturm und schlechter Sicht. Beim zweiten Mal waren wir schlauer: wir hatten einen Parkplatz für die Nacht vorgebucht – eine kleine, aber wichtige Investition, die Stress erspart. Trotzdem zeigte sich England wieder launisch: Nebel, kurze Regenphasen und Wolken, die das Schloss immer wieder in mystische Stimmungen hüllten.
Was sich empfiehlt, wenn man historische Orte bei unsicherem Wetter ansteuert:
- Frühzeitig Stellplätze oder Parktickets buchen, falls möglich – besonders bei beliebten Zielen.
- Flexible Zeitplanung einplanen, um beste Licht- und Wetterfenster zu nutzen.
- Sich an Parkwächter und Hinweise vor Ort halten; Sicherheit geht vor, gerade bei Klippen und starkem Wind.

Unterwegs zwischen Schottland und England: alte Straßen, enge Brücken
Die Fahrt zwischen den Stationen war ein stetiges Auf und Ab von Wetter und Eindrücken: enge Landstraßen, historische Brücken aus Pferdezeiten, überraschend breite moderne Umfahrungen und jedenfalls viele Momente, bei denen man die Scheiben putzen möchte – selbst aktiv, nicht nur vom Regen erledigen lassen.
Ein paar kleine, praktische Beobachtungen:
- Alte „military roads“ und Brücken finden sich überall; sie erzählen von Jahrhunderten Verkehr und Geschichte.
- In ländlichen Gegenden sind Straßen teils schmaler als erwartet – Konzentration ist gefragt.
- Parkplätze an Sehenswürdigkeiten können limitiert sein; ein planbarer Stellplatz nimmt Druck raus.
Scarborough: drei Tage Seele baumeln lassen
Nach dem hektischeren Programm gönnten wir uns drei Tage in der Nähe von Scarborough. Manchmal ist das Beste am Reisen nicht ein weiteres Highlight, sondern ein Platz, an dem man tief durchatmen kann. Der Stellplatz bot eine schöne Aussicht, Strandnähe und genügend Ruhe, um spazieren zu gehen, die Umgebung zu erkunden und einfach zu sein.
Kleines Fundstück am Rande: Neben uns stand ein sogenannter „Kuschelcamper“ – ja, solche Dinge gibt es wirklich. Solche liebevollen kleinen Details gehören zum Charme der Vanlife-Szene.


Rückfahrt per Fähre: Hull nach Rotterdam
Der Abschluss der Inseltour war die Überfahrt von Hull nach Rotterdam. Fähren sind Reisezeit und Transport zugleich, mit eigenen Regeln und Erlebnissen. Check-in und Boarding können kleine Hürden bereithalten: bei uns gab es eine unerwartete Frage zu unserer Kabine, die etwas Erklärung brauchte. Am Ende lief alles glatt und wir haben die Plattformen genutzt, um zu entspannen und die Sonne zu genießen.
Ein paar technische Fakten zur Fähre, die aufschlussreich sind:
- Typische Abmessungen großer Fährschiffe: Längen um 215 Meter, Breiten um 32 Meter, Tiefgänge um 6,5 Meter.
- Kapazitäten: mehrere hundert Fahrzeuge, ebenso viele Passagiere verteilt auf mehrere Decks.
- Geschwindigkeit: um 20 bis 22 Knoten (etwa 40 km/h) – das macht die Überfahrt effizient.
Praktische Vanlife-Tipps aus dieser Reise
- Stellplätze vorbuchen – besonders bei beliebten Sehenswürdigkeiten oder wenn ihr mit größerem Fahrzeug unterwegs seid.
- Vanlife-Communities nutzen (Britstop & Co.): oft gut ausgerüstet mit Wasser, Entsorgung, Duschen und manchmal sogar Frühstück.
- Wetter flexibel einplanen: Schottland und Nordengland wechseln schnell zwischen Sonne, Regen und Nebel.
- Solarmodule & Energie: Auch unterwegs sind Solarpanels eine spürbare Erleichterung – besonders bei längeren Standzeiten ohne Landstrom.
- Fähren: Dokumente & Zeitpuffer – Ausweise, Fahrzeugpapiere und ein Zeitpolster beim Check-in sparen Stress.
- Hund an Bord: Plätze mit tierfreundlicher Infrastruktur machen das Reisen entspannter.
- Kurze Pausen für Sichtkontrolle: Scheiben, Beleuchtung und Reifen regelmäßig prüfen – besonders nach Offroad- oder Küstenfahrten.
Fazit
Reisen im Bimobil heißt, flexibel zu bleiben und die kleinen Dinge zu genießen: eine nette Community, ein spontanes Frühstücksbuffet, die Sonne nach einem Regentag oder der kurze Moment, wenn Nebel ein Schloss mystisch verhüllt. Technik, wie Solarpanels, und gute Vorbereitung, wie Stellplatzreservierungen, machen vieles entspannter. Und manchmal sind es die ruhigen Tage an der Küste, die am meisten bleiben.
Wer mit dem eigenen Wohnmobil oder Van unterwegs ist, profitiert von Planung, aber auch von Gelassenheit. Die Inseln haben uns noch einmal gezeigt, wie abwechslungsreich Vanlife sein kann: von rauer See und Stürmen bis zu sonnigen Tagen und entspannten Stellplätzen.
