Auf der Rückreise von einer Fährüberfahrt von Hull nach Rotterdam haben wir einen Zwischenstopp in Belgien eingelegt, um die versteckten Riesen-Trollskulpturen von Thomas Dambo zu suchen. De Schorre in Boom ist ein Freizeitgebiet mit überraschenden Kunstwerken, die aus recycelten Materialien entstanden sind. Die Suche nach den Holzriesen ist gleichzeitig ein kleiner Spaziergang, ein Abenteuer für Familien und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie aus scheinbar wertlosem Material etwas Wertvolles entstehen kann.

Warum die Trolle sehenswert sind

Thomas Dambo ist ein dänischer Künstler und Recycle-Art-Aktivist. Seine Trolle sind überwiegend aus recyceltem Holz gebaut und sollen die Wahrnehmung von Müll verändern. Dambo plant, weltweit über 1000 dieser Trolle aufzustellen. Die meisten befinden sich in Dänemark, es gibt aber immer mehr Exemplare an anderen Orten – so auch in Belgien.

Die Figuren sind bewusst in die Landschaft eingearbeitet: mal halb versteckt in Ruinen, mal meditierend vor einer kleinen Trollburg, hinter Bauzäunen oder an verwinkelten Pfaden. Das macht die Suche spannend und manchmal knifflig, aber gerade das ist der Reiz.

Unsere Entdeckungstour in De Schorre

De Schorre liegt in Boom, einem Ort, der nur knapp hinter der Grenze zu den Niederlanden liegt. Wir haben dort mehrere Trolle gefunden und ein paar Eindrücke gesammelt, die ich hier zusammenfasse.

Gefundene Trolle und kleine Beschreibungen

  • Troll Hannes – sitzt in einer Ruine, fast wie ein Wächter über einen Lost Place. Sehr fotogen.
  • Troll Nora – relativ schwer zu finden, erfordert etwas Herumkreisen und Geduld.
  • Troll Mikil – gut sichtbar an einem offen zugänglichen Platz.
  • Troll Arit – direkt neben einem Bauzaun, teilweise nur von außen zu sehen.
  • Una und Jeuris – liegen zusammen hinter einem Bauzaun, aktuell wenig zugänglich wegen Baustelle.
  • Troll Kamil – sitzt meditierend vor seiner kleinen Burg und der sogenannten One World Bridge.

Manche Trolle sind frei zugänglich, andere sind durch Baustellen oder Zäune eingeschränkt. Gut ist es, sich vorher zu orientieren und Wegekarten parat zu haben, denn nicht alle Figuren sind sofort erkennbar.

Praktische Tipps für die Trollsuche

  • Wanderschuhe anziehen – manche Wege sind uneben oder führen durch Wald und Wiese.
  • Plan und Karte mitnehmen – die Trolle sind über das Gebiet verteilt; ein Plan hilft, systematisch vorzugehen.
  • Auf Baustellen achten – einige Figuren stehen in Bereichen, die umgestaltet werden und nur aus der Ferne sichtbar sind.
  • Hund mitnehmen – möglich, aber Leine nicht vergessen; De Schorre ist ein Freizeitgelände.
  • Respektvoll sein – die Kunstwerke aus recyceltem Material sind empfindlich. Keine Teile entfernen oder beschädigen.

Übernachten und Parken

Wir haben mit dem Wohnmobil einen Stellplatz in der Nähe gefunden: eine kostenlose Fläche, auf der maximal fünf Wohnmobile stehen dürfen. Kein Strom, kein Wasser, keine Entsorgungsstation und Aufenthalt maximal 24 Stunden. Für kurze Stopps ist das ideal, für längere Aufenthalte sollte man auf Campingplätze oder ausgewiesene Stellplätze ausweichen.

Weitere Reise-Notizen

Die Rückreise führte uns durch die Grenzregion Belgien-Deutschland. Kleine Besorgungen standen noch an: Leonidas-Pralinen, Gebäck aus der Bäckerei und lokale Spezialitäten. Solche kurzen Einkaufspausen lassen sich gut in einen Roadtrip integrieren und runden den Tag ab.

Warum sich ein Abstecher lohnt

De Schorre ist mehr als ein Freizeitpark. Die Trollskulpturen verbinden Kunst, Nachhaltigkeit und Spiel. Für Fotofreunde, Familien und alle, die gerne kleine Schatzsuchen unternehmen, ist ein Besuch lohnenswert. Man erlebt Natur, findet versteckte Kunstwerke und lernt ein künstlerisches Statement zur Wiederverwendung von Material kennen.

Kurz zusammengefasst

  • Ort: De Schorre, Boom (Belgien)
  • Künstler: Thomas Dambo
  • Material: überwiegend recyceltes Holz
  • Besonderheit: Trolle sind über das Gelände versteckt, einige hinter Bauzäunen
  • Stellplatz: kostenlos, begrenzt auf fünf Wohnmobile, ohne Ausstattung, maximal 24 Stunden

Ein kleiner Ausflug, der Kunst, Umweltbewusstsein und Wanderspaß verbindet. Am besten mit etwas Zeit, guter Laune und einem offenen Blick für versteckte Details.

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